Zweckendfremdung, Improvisation, Primitivität - Die Standbeine der 80er Jahre, welche wiederrum die flexible und doch durchschaubare Basis für die creativen 90er Jahre bildeten.
Mit Beginn der 80er begann auch das Leben des Steve Files. Als Sohn eines absoluten Bastelfreaks, Alleskönner und natürlich Popmusik-Fans bestand für ihn schon im jungen Kindesalter das bewußtsein, aus weniger mehr machen zu können und Dinge ausserhalb ihres eigentlichen... Read more
Zweckendfremdung, Improvisation, Primitivität - Die Standbeine der 80er Jahre, welche wiederrum die flexible und doch durchschaubare Basis für die creativen 90er Jahre bildeten.
Mit Beginn der 80er begann auch das Leben des Steve Files. Als Sohn eines absoluten Bastelfreaks, Alleskönner und natürlich Popmusik-Fans bestand für ihn schon im jungen Kindesalter das bewußtsein, aus weniger mehr machen zu können und Dinge ausserhalb ihres eigentlichen Verwendungszwecks für seine Ideen zu nutzen. Geprägt von diesem ihm damals noch unbewussten Verständniss tauschte er seine Legobausteine im Alter von 12 gegen seinen ersten Turntable ein und fing an, sich mit Musik zu befassen. Kurz darauf startete eine Karriere als DJ und ein stabiles Band diversester Stilrichtungen zog sich durch seine Jugend. Bis irgendwann zur Jahrtausendwende Schluss war und es einen Punkt gab, an dem er sich der Musik nicht mehr widmen wollte und für sich keine Herausforderungen mehr darin sah. Das normale Leben schien ihn immer mehr einzuholen und eine Karriere als Designer war sein neues Steckenpferd geworden. Doch an diesem Punkt sollte es noch lange nicht vorbei sein. Nach einer langen tonalen Durststrecke wurde ihm um 2005 bewusst, das es noch Wege gab, die er nicht beschritten hat: Elektronische Musik. Die Facetten, die ihm diese neugewonnene Plattform bot, waren schnell erkannt und zeigten ihm auf, das es kein Werkzeug gibt, welches ihm mehr Möglichkeiten verschafft, Dinge unabhängig voneinder miteinander zu verknüpfen und die primitiven, banalen Mittel des Alltags innovativ in immer wieder Neuem zu verbinden. Alles was ihn und seine Gefühlswelt prägte schien sich in der elektronischen Akkustik verbinden zu lassen. Mit dem schier unerschöpflichen Geist der 80er verfrickelt er sich somit in der heutigen Technowelt und hat für jede Stimmung den richtigen Ton im Ohr. Während seine Produktionen eher für ihn und seine Empfindungen stehen, treffen seine DJ-Sets im Gegenzug genau in die Herzen und Seelen der Clubgänger und Technofreunde und überzeugen durch eindrucksvolle Dramaturgien und technischer Präzision. Mit jedem Set konzentriert er die Essenzen des „Feierns“ wieder auf einen anderen Punkt und schafft für sich ständig neue Definitionen. Stumpf ist Trumpf. Weniger ist mehr. Steve Files eben…
„Aus Theorien folgt technisch verwertbares, aber kein normatives, kein handlungsorientierendes Wissen.“ Show less
COMMENTS [0]