Als die gebürtigen Berliner Jonas Poppe und Sebastian Dassé 1999 Kissogram gründeten, besaßen sie eigent-
lich nichts außer einem mittelmäßigen Synthesizer und einem Achtspur-Taperekorder. Die ersten Stücke, die sie aufnahmen, waren schnelle, unkonventionelle, ironische Popsongs, mit denen sie in kleinen illegalen Berliner Clubs, die alle nicht mehr existieren, auftraten.
Drei Tapes gaben sie an Freunde, unter anderem an den Berliner... Read moreDer Hintergrund.
Als die gebürtigen Berliner Jonas Poppe und Sebastian Dassé 1999 Kissogram gründeten, besaßen sie eigent-
lich nichts außer einem mittelmäßigen Synthesizer und einem Achtspur-Taperekorder. Die ersten Stücke, die sie aufnahmen, waren schnelle, unkonventionelle, ironische Popsongs, mit denen sie in kleinen illegalen Berliner Clubs, die alle nicht mehr existieren, auftraten.
Drei Tapes gaben sie an Freunde, unter anderem an den Berliner Maler Jim Avignon. Der wiederum lieh die Kas-
sette seinem Freund Dittmar Frohmann, der ein kleines Elektro-/Houselabel namens „blaou“ machte. Ihm gefiel vor allem das Stück „If I had known this before“. Er veröffentlichte das Stück zusammen mit einem Remix von DJ Woody. Damit fing eigentlich alles an.
Der dunkle, melancholische Diskosong wurde zu einem Clubklassiker, der immer noch regelmäßig gespielt wird. Kissogram sind seitdem, beiläufig grinsend, zu kleinen Ikonen des Abseits herangewachsen. Sie spielten mit ständig wechselnden Background-Sängerinnen, mal mit Gitarren, mal als „The Blood Boys“ (zusammen mit Hannes Guhl, mit dem sie auch bei den „Sitcom Warriors“ spielen), mit Jeans Team, Mina, Stereo Total oder Peaches, mit der sie im Frühjahr in ganz Europa tourten.
Jonas Poppe spielt außerdem noch in der Punkrockband „Davos“ mit Sterne-Schlagzeuger Christoph Leich oder gastiert allein mit Akustikgitarre. Nach „If I Had Known This Before“ kam die EP „I`m absolute“ auf Buback, mit der sich Kissogram erstmalig von ihrer Seite als ernst-
zunehmende Songwriter zeigten. Des weiteren kamen diverse Samplerbeiträge und zuletzt die Schockrocker-
Single „Cool Kids Can`t Die“ auf dem Hamburger Label Metroheadmusic.
Die Musik.
„Gott hat keinen Stil (Pablo Picasso).“
Kissogram sind eine Rock`n`Roll-Disko, gebaut aus Synthesizern und Drum-Computern, mit rhythmischen, tanzbaren Elektro-Schlägen, New-Wave-Lakonik, kühler Velvet-Underground-Ästhetik, aber mit Gespür für bowieeske Pophymnen und kleine glitzernde Moll-Melodien - charmant beiläufig.
Von sanft tragikomisch bis elegisch und mächtig, mit Gefühl ohne Sentimentalität, mit leichtem Spott und Witz ohne Plattitüde präsentieren sich die Dandies der dunklen Disko in verschiedenen Gewändern. Show less
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