Kabuki aka Jan Henng ist einer der dienstältesten Drum&Bass-DJ`s aus Deutschland. Auf dem von ihm und seinem Partner Mainframe gegründeten Label Precision Breakbeat Research konnte man in den letzten sieben Jahren seine Entwicklung als Produzent verfolgen. Er betreibt außerdem gemeinsam mit dem Karma-Mastermind Lars Vegas das Label “Spectrum Works”, um musikalischen Experimenten unterhalb der Drum&Bass-Tempogrenze ein Zuhause zu bieten.
Seine musikalische Ausbildung begann er... Read more
Kabuki aka Jan Henng ist einer der dienstältesten Drum&Bass-DJ`s aus Deutschland. Auf dem von ihm und seinem Partner Mainframe gegründeten Label Precision Breakbeat Research konnte man in den letzten sieben Jahren seine Entwicklung als Produzent verfolgen. Er betreibt außerdem gemeinsam mit dem Karma-Mastermind Lars Vegas das Label “Spectrum Works”, um musikalischen Experimenten unterhalb der Drum&Bass-Tempogrenze ein Zuhause zu bieten.
Seine musikalische Ausbildung begann er als Student der Klassischen Gitarre an Dr. Hoch`s Konservatorium in Frankfurt; außerdem studierte er Jazz-Theorie, Gehörbildung und Komposition am American Institute of Music in Wien, dem Europäischen Ableger des renomierten “Musician`s Institue” aus Hollywood.
Durch die Verwendung von Jazz-Samples in Produktionen von DJ Premier oder Tribe Called Quest wurde Kabuki bald auf Hip-Hop aufmerksam und begann sich mit der Technik des Samplings zu beschäftigen. Dies war der Zeitpunkt, ab dem sein Interesse nur noch der Produktion von Musik und nicht mehr dem Spielen eines Instrumentes galt. Da die neuesten Tracks meist nur auf Vinyl erhältlich waren, mussten auch bald zwei Plattenspieler und ein Mixer angeschafft werden- dies war der Start für Kabukis DJ-Karriere.
Als nun die ersten Singles mit Breakbeats im Importfach des lokalen Plattenladen gelandet waren, wurde Kabuki sofort vom Virus infiziert. Kein anderes Genre vorher hatte so konsequent alle gelernten Regeln auf den Kopf gestellt, und Kabuki wurde schlagartig klar daß er genau nach dieser Musik gesucht hatte.
Nach den ersten Gehversuchen wurden die eigenen Produktionen immer schlüssiger, und schließlich war der Punkt erreicht an dem sie dem direkten Vergleich mit den Vorbildern standhielten. Gemeinsam mit seinem Partner Mainframe machte er sich nun daran, das erste Deutsche Drum&Bass-Album zu produzieren. Unter dem Projektnamen “Megashira” veröffentlichten sie 1996 eine vielgelobte CD und LP auf dem Frankfurter Label “Infracom”. Bald darauf gründete das dynamische Duo ihr Label “Precision Breakbeat Research”, um auf eigene Faust 12”-Singles veröffentlichen zu können. Unter dem Namen “Makai” hatten sie mittlerweile schon zwei Maxis auf dem respektierten Englischen Drum&Bass-Label “No U-Turn” veröffentlicht und bald darauf wurde auch das erste Makai-Album namens “Millenium” produziert. Dies erschien überraschenderweise auf Intercord- es sollte der erste und auch einzige Versuch eines Deutschen Major-Labels gewesen sein, ein Drum&Bass-Album zu veröffentlichen. Außerdem produzierte Kabuki gemeinsam mit Roey Marquis II als “MK2” das “Drum&Bass-meets-Hiphop”-Album “Prepare To Be Educated” auf Epic. Anschließend produzierten Kabuki und Mainframe als Makai ein zweites Album namens “Stealth”, welches diesmal in Kooperation mit dem japanischen Label “Static” auf Precision Breakbeat Research veröffentlicht wurde. Im Jahre 2000 reisten Kabuki und Mainframe schließlich nach London, um gemeinsam mit selektierten Musikern den Nachfolger zum Megashira-Debutalbum einzuspielen. Das Resultat wurde auf den Namen “At Last” getauft und ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, Drum&Bass mit Live-Elementen zu fusionieren.
Im Zuge des Erfolges des ersten Makai-Albums tourte Kabuki gemeinsam mit MC Glacius durch Japan und trat dort in Kontakt mit der lokalen Szene. Dies erwies sich als wichtig, denn nicht nur entdeckte er mit Pentagon ein erstklassiges Produzenten-Team, sondern er wurde auch prompt für einen Job als Sound-Designer und Komponist bei Sony Playstation in Tokyo eingestellt. Dies war der Beginn einer mehrjährigen Odyssey, bei der Kabuki ständig zwischen Deutschland und Japan pendelte.
Mittlerweile ist Kabuki`s Name nicht nur in der Drum&Bass-Szene, sondern auch weit darüber hinaus bekannt. Durch Kollaborationen mit Vikter Duplaix oder Cleveland Watkiss, durch Releases auf Labels wie Sonar Kollektiv oder Reinforced und nicht zuletzt durch seine Remixe für so unterschiedliche Künstler wie z.B. Sabrina Setlur oder Rocker`s Hi-Fi konnte Kabuki beweisen, daß er als Musiker über eine große Band-breite verfügt.
Als DJ hat Kabuki das gesamte Bundesgebiet bereist und ist in vielen Deutschen Clubs ein gerne gesehener Gast. Darüber hinaus hat er den Deutschen Drum&Bass-Sound selbst in so entlegenen Winkeln wie Finnland, Ungarn oder Japan repräsentiert.
Der Begriff “Kabuki” kommt übrigens aus dem Japanischen und bezeichnet eine klassische Theaterform. Die einzelnen Silben haben aber auch eigene Bedeutungen und stehen für “Musik”, “Tanz” und “Technik”- alles Begriffe, die mehr oder weniger direkt mit dem Job eines DJ`s zu tun haben. Show less
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