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Wer in einem Club wie dem Pfarrkirchener Bogaloo HipHop spielt, nähert sich der Materie nicht über ihre Symbolismen, sondern über ihren usikalischen Content. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die HipHopSnackers im Verlaufe ihrer mittlerweile vierjährigen Residency im Bogaloo zu einem routinierten Vierer entwickelt haben. Ein Team, dass seine positiven Vibes durch offensive Taktik, schnelles Kurzpaßspiel (Back To Back) und versierte Technik sendet. Die Skillz der... Read more
Wer in einem Club wie dem Pfarrkirchener Bogaloo HipHop spielt, nähert sich der Materie nicht über ihre Symbolismen, sondern über ihren usikalischen Content. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich die HipHopSnackers im Verlaufe ihrer mittlerweile vierjährigen Residency im Bogaloo zu einem routinierten Vierer entwickelt haben. Ein Team, dass seine positiven Vibes durch offensive Taktik, schnelles Kurzpaßspiel (Back To Back) und versierte Technik sendet. Die Skillz der HipHopSnackers entstehen im Teamwork – Stargepose gibt es nicht. Aufgelegt wird meist Back to Back, die Selection entsteht aus einer laufenden Dynamik heraus und es ist immer spannend, wie der Bogen geschlagen wird. Eine gesunde Mischung aus Entertainment und Sound-Education. Die Crowd zu rocken heißt für sie nicht (nur) jiggy Beats und Disco-Rap zu droppen; mit augenzwinkerndem Understatement werden die essentiellen Basics Rare Groove, Funk, Soul und Jazz in einen HipHop- Kontext gesetzt. Allerdings ohne den Spaß und die Party aus den Augen zu verlieren: the Roots und fresh Fruits! Das hat mit den popkulturellen igenarten der Provinz zu tun. Aufgrund der weniger dichten Infrastruktur blickt man über den eigenen kulturellen Tellerrand hinaus und ist more open minded. Hier hat man keine Angst, uncool zu sein, kennt die Spartenprogramme außerhalb des Mainstreams und definiert deswegen den eigenen Standpunkt nachhaltiger ohne hysterisch jedem Hype zu folgen. So war es auch bei den Snackern. Der Weg war exemplarisch. Alle Vier stammen aus wohlbehüteten Elternhäusern und sammelten ihre ersten Erfahrungen in den Jugendzentren der Region. Doch B-Boys wachsen in Niederbayern nicht wirklich auf den Bäumen. Die Wege zum Plattendealer mit dem heißen Scheiß oder der coolen Jam sind weit. Das Selbstbewusstsein und Wissen der Snacker wuchs mit der Anzahl der Kontakte und gefahrenen Kilometern. Bis dato noch eher puristisch im Selbstverständnis, vergrößerte die immer enger werdende Bindung zum SpinningWheel-Records/ Club-Bogaloo-Clan und dem dazugehörenden Plattenladen den Soundkosmos erheblich.
Nachdem man mit dem Organisieren diverser Partys und Jams in der Region auch als Veranstalter aktiv wurde, war klar, dass eine feste Homebase her musste. Bald rockten die Snacker im Club Bogaloo das Wohnzimmer (= kleiner Floor) und bekamen ihre eigene Residency. Anfangs noch belächelt, feilten die Drei kontinuierlich an Soundspektrum und Technik. Da gab es von den im Club Bogaloo ein- und ausgehenden Sound-Scientists der Londoner Fusion-Posse um Dego oder Bugz in the Attic und ihre Seelenverwandten einiges zu lernen. Auch Leute wie der Beginner DJ Mad öffneten den Snackers die Augen dafür, dass Soul/Jazz/Funk weit mehr ist, als nur ein Steinbruch aus dem man Samples klopft. Und so amalgamisieren ihren Sets heute auf technisch hohem Niveau Oldschool-Stuff mit aktuellen Sachen, verschmelzen das Ganze mit Basics von Leuten wie Bill Withers, King Britt oder Dilated Peoples. Dabei ist man sich auch nicht für Evergreens wie Cypress Hill oder House of Pain zu schade. Der Kunstgriff dabei ist, die Crowd dezent zu teachen, den Spaß dabei nicht zu vergessen und offen für Neues zu sein. Das haben die HipHop Snacker im Bogaloo vor und hinter den 1210ern hinbekommen. Dies und die Tatsache, dass Ihre Abende trotz allen Andranges und aller Professionalität ihren entspannten und familiären Charakter bewahrt haben, brachte ihnen einige Freundschaften zu Kollegen im Business ein, die gerne und ohne große Gagen in die niederbayerische Provinz fahren. Mittlerweile hat sich der Hip-Hop-Snack-Abend zur festen Größe im Bogaloo-Programm entwickelt. Ob bei DJ-Sets von Gästen wie DSL, Sepalot, Beginner DJ Mad, Explizit oder DJ Dan; Liveshows mit Blumentopf, Total Chaos, Texta, K-Otix, Zion-I, Flowin` Immo, OneSelf oder den Waxolutionists, wo schon mal 400 Homies ins beschauliche Pfarrkirchen einfallen oder den kleineren Abenden mit regionalen Nachwuchstalenten. Eines gilt immer: HipHop Snacks sind kein schlabbriges Fast Food sondern stets frisch zubereitete und vielschichtig belegte lecker Brötchen.
Die Snacker im Einzelnen:
HoneY Andreas Honisch
1976 geboren. Seine erste Rap-Scheibe war «Coming Back Hard Again» von den Fat Boys und der ganze damals obligatorische Public-Enemy- und Run DMC-Kram. Allerdings sind seine All-Time-Faves eher Sachen wie „A Tribe Called Quest“ oder «Funkdoobiest». Der Mastermind hat sich in seiner Pubertät nicht nur die Hörner abgestoßen sondern las auch das Kleingedruckte auf den Plattencovern seiner Faves und erschloß sich den musikalischen und soziokulturellen Hintergrund von HipHop. Daraus resultierte ein über Symbolismen hinausgehendes Verständnis, das in einer eigenständigen Übertragung dieser Kultur auf die spezifischen Befindlichkeiten Süddeutschlands resultierte. HoneY entfaltet nicht nur eklektische Spins am Turntable, sondern hält auch im Bogaloo-Office die Fäden in der Hand. Minista of Knowledge, Music and Grafix.
Olly Oliver Pütz
1982 geboren. Die gute Seele, der Spaßvogel und Technik- Freak. Olly schraubt und lötet selbst aus Schrott noch ein halbwegs funktionierendes Soundsystem zusammen. So etwas lernt man, wenn man seine ersten DJ-Meriten in Jugendhäusern sammelt! Der Mann steht Biz Markie auf dem Humorlevel in nichts nach. Olly fährt aber auch morgens um 5 nach gerockter Party und bei dickstem Nebel den Wagen und sorgt beim Vinyldrehen dafür, dass auf dem Floor der Spaß nicht zu kurz kommt. Der «Nike Fanatikair» kam Mitte der 90er über deutschen HipHop (erste selbstgekaufte Platte: Fettes Brot – «Alles für die Cuts») dazu. Minista of Technic and Booking.
Tominoka Thomas Leitl
1982 geboren. Tominoka ist das Bindeglied, der Sound- Scientist. Er schlägt die Brücke vom «real deep shit» auf «real cool Drecksau Party» und zurück. Tominoka rödelte erst mit MC Anakin Styletalka in der niederbayerischen «Nachbarmetropole» Gangkofen (von wegen Siedlungsrap) herum und versammelte eine eigene Posse um sich, bevor er 2001/2 zu den Snackern stieß. Auch er tauchte über deutschen Hip Hop (erste Scheibe: Cram – «Innenseite») in die Materie ein und schwimmt jetzt mit dezent eingearbeiteten Acapella-Remixen, Backspins und Juggles beim Mixing vorneweg. Doch auch Funk, Soul, Rare Groove & Evergreens finden sich in fast allen seinen Sets wieder. Tominoka ist der scharfe und süße Senf auf den Snacks. Minista of Education, Arts and Family-Planning.
dida Andreas Lankes
1980 geboren. Mit dem typischen sound der 80er vertrieb er sich bis 1992 die Zeit. Dann trat sein Sensei und Lehr-meister -eule mx- auf den plan. Von ihm wurde der junge andida in die Geheimnisse des HipHop eingeweiht. Mit 16 wurde er das jüngste Mitglied der Fat-swing-Chickz-Dynastie (fsc) und erweiterte sein Radius in Sachen Musik-Styles. HipHop, DnB, Heads, Funk und Soul sind auch heute noch seine Favoriten. Dida ist wie ein Schwamm, er saugt alles auf was er bekommen kann, u.a. manchmal auch zu viel davon. Fluchend, lernfähig, technisch bewandert und immer bereit den Leuten seinen feinsten Sound zu präsentieren mischt er neue Elemente mit den essentiellen Wurzeln der alten Schule! Seit 2005 ist er einer der Snacker und somit Minista of Deepness. Show less
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